Regional entwickelte Konzepte konsequent zu Ende denken!

Erst vor wenigen Tagen stellte das Elternnetzwerk der Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg der Kultusministerin Susanne Eisenmann ein vernichtendes Zeugnis aus. Von einem "Desinteresse der Kultusministerin an den Schülerinnen und Schülern" war die Rede. Lehrer und Schüler fühlen sich allein gelassen.

Alexandra Nohl ist selbst Lehrerin und stellvertretende Schulleiterin an einer Grundschule mit wählbarer Ganztagsschule. Die SPD-Landtagskandidatin kennt die Sorgen der Schulen und auch der Gemeinschaftsschulen im Land: „Sinkende Schülerzahlen und die Sorge um den Schulstandort sind zwei Aspekte, die Lehrerkräfte, Eltern und Schüler belasten“, führt die 45jährige Bruchsalerin aus.

Innerhalb ihres Wahlkreises 29 zählt Alexandra Nohl fünf Gemeinschaftsschulen: in Oberhausen-Rheinhausen, Waghäusel, Bad Schönborn, Bruchsal und Forst/Hambrücken. Letztgenannte, nämlich die Lußhardt-Gemeinschaftsschule in Forst mit einer Außenstelle in Hambrücken war Gesprächsthema beim Treffen mit Bürgermeister Bernd Killinger, den die SPD-Kandidatin am vergangenen Dienstag (4. August 2020) besuchte.

Die Neuanmeldungen für das Schuljahr 2020/2021 sind in Forst erfreulich, denn mit 33 SchülerInnen ist theoretisch der Klassenteiler erreicht. „Das ist eine der Stärken der Gemeinschaftsschulen“, erklärt Nohl. „Die Lerngruppen sind kleiner und werden wegen des Ganztageskonzepts von zwei Personen statt von einer betreut. Dennoch finden sich die Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg, die 2012 von der damaligen Rot-Grünen Landesregierung auf den Weg gebracht wurde, eher in der Rolle des ungeliebten Stiefkindes wieder.“

„Die Gemeinschaftsschulen müssen unterstützt werden“, fordert Nohl deshalb. Ein großer Baustein ist der direkte Weg zum Abitur! Zwar gibt es hier ein gutes Angebot an den beruflichen Schulen im nahegelegenen Bruchsal. „Eine gymnasiale Oberstufe an der Gemeinschaftsschule vor Ort würde den Standort dauerhaft stärken und die Gemeinschaftsschulen aufwerten“, ist sich Nohl sicher. Deshalb unterstützt sie den im Juli letztes Jahr vom Forster Gemeinderat auf den Weg gebrachten Schulentwicklungsplan. Im Ergebnis, so hofft Bernd Killinger, stünde die Möglichkeit zum Abitur an einer Gemeinschaftsschule im nördlichen Landkreis, von der auch die Schülerinnen und Schüler der Lußhardtschule profitieren und die eine geradlinige Bildungsbiographie ermöglicht.

„Deshalb ist es wichtig, dass wir regional entwickelte Konzepte konsequent zu Ende denken“, ist die Landtagskandidatin überzeugt. Sie denkt sogar noch weiter: „Warum nicht verschiedene Berufssparten in den Lehrbetrieb mit einbauen, zum Beispiel ErzierherInnen, Ergo-, Sport-, Kunst- und MusiktherapeutenInnen und auf Dauer kleinere Klassen und Gruppen bilden?“

Bildquelle: Alexandra Nohl