Nohl fordert: Turn the red light OFF!

„Frauenfrieden“ lautet der Name des Prostitutionsgesetzes, das die schwedische Regierung 1998 auf den Weg brachte und das den Kauf von Sex verbietet. „Freier werden seither bestraft, Prostituierte nicht", erklärt Alexandra Nohl, Landtagskandidatin für den Wahlkreis 29 Bruchsal, das skandinavische Modell, zu dessen Vertreterin sie sich zählt.

„Man schätzt, dass sich in Deutschland 400.000 Frauen prostituieren, lediglich 33.000 davon sind registriert und besitzen den sogenannten Prostituiertenpass“, so die 45-jährige am vergangenen Donnerstag beim Besuch des Pirates Park, ein in Bruchsal ansässiges Bordell, das unter dem Motto „Turn the red light ON“ zum Tag der offenen Tür eingeladen hatte. In ganz Deutschland gaben Bordelle an diesem Tag Einblick in ihre Räume und den Betrieb unter Corona-Bedingungen.

Michael Eiffinger, Geschäftsführer des Pirates Park, und sein rechtlicher Berater Andreas-Oliver Meyer, schilderten Alexandra Nohl und ihrem Team bei einer Hausführung die Situation für die Sexarbeiterinnen seit die Bordell-Tür für Kunden geschlossen ist und erläuterten das Hygienekonzept bei einer Wiedereröffnung.

„Körpernahe Dienstleistungen wie Massagen, aber auch sportlicher Nahkampf und Mannschaftssport sind erlaubt“, argumentierte Meyer und befürchtet, dass ein Sexkaufverbot durch die Hintertür mit dem Vorwand des Covid-19 Erregers kommt. Eine Anspielung auf das Positionspapier einiger Mitglieder des Bundestages die eine dauerhafte Schließung fordern.

Auch die Kandidatin vertritt diese Forderung, denn: „Die Zahl der nichtregistrierten Sexarbeiter ist ganz offenkundig mit Zwang, Gewalt und Kriminalität verbunden." Es müsse übergreifend für Ausstiegshilfen gesorgt werden! Im Nordischen Modell seien Prostituierte entkriminalisiert, Ausstiegshilfen würden angeboten, Bordelle und Prostitutionsstätten per sé verboten, so Nohl. „Frauenfrieden, auch für die Frauen hier in Deutschland! Dafür setze ich mich ein", erklärt die zweifache Mutter Alexandra Nohl deshalb kämpferisch.

Bildquelle: Alexandra Nohl