Herzlichen Glückwunsch, NABU Hambrücken

(an) „Aus Liebe zur Natur wurde weder Arbeit und Mühe gescheut. Dieses vorbildhafte Engagement wurde nun belohnt. Für den Schutz unseres Ökosystems müssen wir alle einen Beitrag leisten. Der Naturschutzbund ist ein wunderbares Beispiel!", freut sich SPD-Landtagskandidatin Alexandra Nohl und gratuliert der NABU Ortsgruppe Hambrücken zur Auszeichnung mit dem Landesnaturschutzpreis Baden-Württemberg. Unter dem Titel "Neu geschaffen - Naturschätze von Menschenhand" zeichnete die Stiftung Naturschutzfonds das Landschaftsschutzprojekt in der Saalbachniederung aus. Die NABU Ortsgruppe Hambrücken um Franz Debatin hat dort durch Ankauf von Grundstücken das größte zusammenhängende Wiesengebiet Nordbadens geschaffen. So entstand ein 12 Hektar großes Feuchtgebiet, in dem sich seltene Vogelarten wohl fühlen.

Zwischen zwei Waldsäumen von Kammerforst und Aulach liegt das Landschafts- und Vogelschutzgebiet, nahe Hambrücken, zum Teil auf Bruchsaler Gemarkung. Früher wurde dort ausschließlich Heu gemacht. Vom höher gelegenen Saalbach werden die Wiesen bewässert, zahlreiche Weißstörche sind hier Stammgäste. Bald sind sie wieder da. Gelegentlich landen auch Raritäten wie Schwarzstörche, Purpur-Reiher und die unscheinbare Feldlerche oder die seltene Grauammer in den Niederungen.

Nachdem die Viehhaltung in heimischen Ställen zurückging und immer weniger Heu gebraucht wurde, fing nach 1960 der Wiesenumbruch zum Ackerbau an, die Wiesen waren in den 70ern schon fast trockengelegt.

Um den Umbruch zu stoppen kamen in den 80er Jahren die Naturschützer auf den Plan, an erster Stelle Franz Debatin, und gründeten eine Initiative zur Rettung der Feuchtwiesen. Sie pachteten und kauften 20 ha Land gemarkungsüberschreitend in Zusammenarbeit mit der AGNUS in einem interkommunalen Arbeitskreis. Aus den fünf Gemeinden Bruchsal, Karlsdorf- Neuthard, Hambrücken, Waghäusel und Stutensee gründete sich anschließend der Verein Wiesenauen Mittlerer Oberrhein, der sehr gut mit dem Regierungspräsidium und Landratsamt Karlsruhe zusammenarbeitete.
1991 konnte ein Landwirt aus Karlsdorf- Neuthard dazu bewegt werden, 206ha Wiesen extensiv zu nutzen und wieder in Grünland umzuwandeln. Weitere Landwirte schlossen sich im selben Jahr noch an.
Um die Wiesen naturnah zu bewirtschaften und den Pflanzenreichtum zügig voranzutreiben, werden die Wiesen geimpft, indem die Mahd relativ alter Wiesenflächen ausgebracht wird um das Saatgut zu verbreiten.
1993 wurde auf Initiative von Franz Debatin die Nabu- Gruppe Hambrücken gegründet, im selben Jahr konnte das Storchenprojekt zur Wiederansiedlung des Weißstorchs eingeführt werden, das durch die Gruppe betreut wird.
Debatin betrachtet die Feuchtwiesen als sein Lebenswerk, von 20ha Land am Anfang bis zu den 525ha von heute stecken Herzblut darin, maßgeblich durch die ehrenamtliche Mitarbeit des Nabu Hambrücken konnte das alles erreicht werden.
„Stirbt die Blattlaus, stirbt der Mensch.“
Eine breite Vielfalt an Pflanzen hat sich in den Feuchtwiesen gebildet, neben Margeriten, Hornklee und Ferkelkraut, wächst auch der seltene kantige Lauch, eine solche Wiese bietet Nahrungsgrundlage für viele Tiere. Wo viele Insekten Nahrung finden, findet sich wiederum ein Fraßfeind, der die Insekten frisst, so findet die Nahrungskette immer wieder zu ihrem Anfang zurück.

Bildquelle: Alexandra Nohl