Im Gespräch mit Bürgermeister und Kreisrat Sven Weigt

Etwa sechs Kilometer westlich von Bruchsal liegt Karlsdorf-Neuthardt. Seit knapp 14 Jahren regiert Sven Weigt die Bindestrich-Gemeinde, die am 1. Januar 1975 im Zuge der Gemeindereform mit dem freiwilligen Zusammenschluss entstand. Bei ihrer Informationstour durch den Wahlkreis machte SPD-Landtagskandidatin Alexandra Nohl nun Halt in der Nachbargemeinde für ein Treffen mit dem Rathaus-Chef. Innerhalb der zum Wahlkreis Bruchsal zählenden Bürgermeister-Riege zählt Sven Weigt zu den erfahrenen „alten Hasen“ im kommunalpolitischen Geschäft. Er weiß sehr genau, wo Handlungsbedarf besteht, in seiner Gemeinde.

„Da wäre zunächst das Schulhausbau-Thema“, informiert Sven Weigt die 45-jährige Sozialdemokratin. Karlsdorf-Neuthard steht vor der Aufgabe der Erneuerung des Schulhauses der Schönborn Grund- und Werkrealschule. „Erst kürzlich gab es das zweite Treffen mit der Schulbaukommission, denn wir streben einen Neubau an, weil eine Sanierung des Bestandsgebäudes nur mit erheblichem Mehraufwendungen möglich ist“, so Weigt. Die Schulbaukommission ist ein beratendes Organ des Kultusministeriums Baden-Württemberg und besteht aus Vertretern der obersten und der oberen Schulaufsichtsbehörde und überprüft vor Ort die Fördervoraussetzungen.

Wegen sinkender Schülerzahlen des Werkrealschulstandorts wurde aus der Schönborn Grund- und Werkrealschule Karlsdorf-Neuthard eine reine Grundschule. Jetzt soll zusammen mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe als Schulbehörde die Rahmenbedingungen zur Einrichtung einer Realschule abgeklärt werden. Vor Jahren hatte sich die Gemeinde gegen das Konzept der Gemeinschaftsschule im Ganztagsbetrieb entschieden. „Bei diesem Vorhaben darf der Blick über Wahlkreisgrenzen hinaus nicht fehlen“, erwidert Nohl und bezieht sich damit auf das nun anstehende Prüfverfahren. „Die Situation der umliegenden Gemeinden wird eine Rolle spielen und mit bedacht werden. Schließlich haben Graben-Neudorf und Stutensee hohe Investitionen getätigt für den jeweiligen Schulstandort.“

Gesprächsstoff lieferte ebenfalls das 365-Euro-Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr. „Die SPD fordert das Jahresticket als Anreiz und wirkliche Alternative zum Auto für ganz Baden-Württemberg“, erklärt Alexandra Nohl auf die Kritik Weigts, wie diese Idee finanziert werden solle. „Der öffentliche Nahverkehr ist zu teuer, zu unpünktlich und bietet nur schlechte oder gar keine Anbindung. Das hat die Landesregierung zu lange einfach ignoriert“, so die Landtagskandidatin. In seiner Funktion als CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Karlsruhe sieht Sven Weigt eine Steigerung der Attraktivität des ÖPNV durch die Einführung der regionalen HomeZone als Angebot.

Ein weiteres Thema des Info-Treffens mit dem Bürgermeister war der Bau des neuen Feuerwehrhauses. Nachdem sich die beiden ehemals eigenständigen Wehren am 3. Oktober 2016 zur gemeinsamen Feuerwehr Karlsdorf-Neuthard zusammen schlossen, wurde auch bald der Ruf nach einem gemeinsamen Gebäude laut. „Nach unserer Kenntnis wird es das erste Feuerwehrhaus in Baden-Württemberg sein, das komplett in Holzbauweise erstellt ist“, freut sich Weigt. Alexandra Nohl unterstützt diese Maßnahme. Auch in Bruchsal bekam die Feuerwehr ein neues Zuhause in der Bahnstadt. Deshalb sagt sie: „Mit der zeitgemäßen Ausstattung des neuen Feuerwehrgebäudes wird sichergestellt, dass die Feuerwehr nicht nur ein neues zu Hause erhält, sondern auch nachhaltig, effektiv und wirkungsvoll ihre Einsätze durchführen kann, dauerhaft aufrechterhält und natürlich auch steigert.“

Außerdem ging es im Bürgermeister-Gespräch um den Neubau eines weiteren Kindergartens, die Fertigstellung der Trinkwasser-Enthärtungsanlage bis Herbst 2021 und den steigenden Wohnraumbedarf in Karlsdorf-Neuthard. In vielen kleineren Städten und Gemeinden ist der Wohnraum knapp. Deshalb muss mehr gebaut werden. „Es soll aber so gebaut werden, dass geringes oder mittleres Einkommen ausreicht, um die Wohnungen zu bezahlen“, merkt Alexandra Nohl an. „In Stuttgart werde ich mich dafür einsetzen, dass das Land deutlich mehr Geld in die Hand nimmt, um bezahlbaren Wohnraum zu fördern.“

Bildquelle: Alexandra Nohl