Stellungnahme der SPD-Landtagskandidatin Alexandra Nohl zu den Vorwürfen einiger Bordellbetreiber gegen SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier

„Wenn es nicht so tragisch wäre, würde ich darüber lachen“, kommentiert SPD-Landtagskandidatin Alexandra Nohl die Schlagzeile der vergangenen Tage „Bordellbetreiber werfen Breymaier Verleumdung vor“.

Leni Breymaier engagiert sich seit Jahren für das Nordische Modell, ein Prostitutionsgesetz, das die schwedische Regierung 1998 auf den Weg brachte und das den Kauf von Sex verbietet. "Freier werden seither bestraft, Prostituierte nicht", erklärt Alexandra Nohl das Prinzip. Die 45-jährige zählt sich zum Kreis der Vertreter*innen, die ein Sexkaufverbot in Deutschland fordern.

„Unser Land hat sich mit staatlicher Unterstützung zum Bordell Europas entwickelt, samt florierendem Sextourismus“, ärgert sich Nohl und bezieht sich auf das Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten" (Prostitutionsgesetz – ProstG), das am 1. Januar 2002 in Kraft trat und die rechtliche Stellung der Sexarbeiter*innen verbessern sollte. Prostitution gilt seitdem nicht als sittenwidrig und Verträge zum Zwecke der Ausübung der Prostitution, beispielsweise die Anmietung eines Gewerberaumes, haben vor Gericht bestand.

Der liberale Umgang mit der Prostitution brachte aber unerwünschte Nebenwirkungen mit sich. „Flatrate-, Edel- , sogenannten Gangbang-Bordelle und Zwangsprostitution- nichts ist in Deutschland mehr unmöglich“, erzählt die Sozialdemokratin mit sorgenvoller Miene. Die Bundesrepublik sei Drehscheibe für Zwangsprostitution und Menschenhandel geworden. Laut einer Studie des Alfred-Weber-Institut für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Heidelberg begünstige eine liberale Gesetzgebung scheinbar „moderne Sklaverei“. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass sich Länder, in denen Prostitution gesetzlich erlaubt ist, stärker im Fokus von Menschenhändlern befinden (Quelle: Uni Heidelberg). „Prostitution / Sexarbeit ist keine normale Arbeit. 95% aller Prostituierten sind Armutsprostituierte die aus Zwang handeln oder durch Menschenhandel in die Prostitution gelangt.“, erläutert die SPD-Frau Alexandra Nohl und legt nach: „So lange man Frauen kaufen kann, wird es keine echte Gleichberechtigung geben!“

Deshalb zeigt sich die Landtagskandidatin weiterhin kämpferisch: „Die boomende Sexindustrie mit staatlicher Unterstützung durch eine fördernde Gesetzgebung muss ein Ende haben!“ Nohl solidarisiert sich vollumfänglich mit ihrer Parteigenossin Leni Breymaier und deren Forderung nach einem sofortigen Sexkaufverbot. „Wie Leni freue auch ich mich auf die mit der Strafanzeige ermöglichte Debatte“, so Nohl. „Es bleibt dabei: Turn the red light OFF!“

Bildquelle: Alexandra Nohl