Stippvisite in Kronau

Die Gemeinde Kronau mit ihren heute knapp 6000 Einwohnern liegt am nördlichen Rand des WK 29 und hat sich in den letzten 5 Jahren, unter der Ägide des neuen Bürgermeisters Frank Burkhard, einiges geleistet.

Im Gewerbegebiet A5 Quartier an der Autobahnausfahrt ist im beschaulichen Kronau das Zentrallager Süd-West der Rewe Gruppe mit der Zentralverwaltung mit fast 600 Beschäftigten entstanden. Das war eine schlaue Sache, hätten die Mitbewerber der Lagerlogistik den Zuschlag bekommen, wären alle LKWs mit den 60Mio. Versandeinheiten durch den kleinen Ort zur A5 gerauscht. So können die Lieferungen direkt über die Autobahn abgewickelt werden.

Mit der DRK Rettungswache des Kreisverbandes Karlsruhe am Standort nahe der Autobahn ist ein weiterer Coup entstanden. Durch die optimale Lage, direkt an der Autobahn A5 und der L555, deckt sie den nördlichen Landkreis ab.

Im Wohnungsbau entsteht ca. 1/3 sozialgebundener Wohnraum, auf der Brache hinter der Sparkasse, auch hier tut sich etwas. In unmittelbarer Nähe, am Sportzentrum ist eine Holzhackschnitzelanlage in der Planung, die die Umgebung mit Nahwärme versorgen soll. Dazu kam auch eine Förderzusage von über 2,1 Mio. Euro aus Berlin.

Was auffallend ist, wie in anderen kleinen Gemeinden im Wahlkreis auch, ist die hohe Anzahl an freistehenden Grundstücken in den bebauten Gebieten. Für baureife Grundstücke muss dringend die Grundsteuer C kommen, es muss Bewegung am Markt entstehen. Je mehr Leerstand es gibt, desto eher sind die Kommunen gezwungen, neue Baugebiete zu erschließen. Immer mehr Menschen benötigen immer mehr Wohnraum, daher braucht es kluge Konzepte in Innenlagen, die Nachverdichtung ermöglichen und Innenverdichtung vor Außenerschließung vorsehen.

Die Gemeinde Kronau hat nur noch eine Grundschule, der Zuschlag zur Gemeinschaftsschule ging damals nach Bad Schönborn. Die Erich- Kästner- Grundschule hat sich mittlerweile zu einer Ganztagesgrundschule in Wahlform weiterentwickelt.

Prägnant am Ortsende in Richtung Mingolsheim liegt das alte Jagd- und Lustschloss Kislau. Während es in seiner Jahrhunderte alten Geschichte Kaserne, Militärhospital und Gefängnis war, diente es von 1933 bis 1939 als Konzentrationslager und ist heute Jugendvollzugsanstalt. Kislau war eines der frühen Konzentrationslager. Hier wurde Genosse und Landesjustizminister Ludwig Marum erdrosselt. Der Verein „Lernort Zivilcourage & Widerstand“ hat sich als Ziel gesetzt, einen Gedenkort zu errichten. Das Land würde den Lernort mit der Hälfte des Geldes bezuschussen, die anderen 750.000€ muss der Verein selbst aufbringen. Daher hoffte man auf die Bundesförderung, die dieser Tage abgelehnt wurde. „Gerade in Zeiten wo Verschwörungsmythiker, Rassisten und Rechtsextreme laut und deutlich ihre hetzerischen Parolen herausposaunen, sind solche Orte nötiger denn je!“, sagt LTK Alexandra Nohl, die sich für den Gedenkort ausspricht.

Bildquelle: Alexandra Nohl